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Arithmetikon

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„Mathematik für die Ausbildung – im Handwerk!“

Seit Ende 2015 schieben wir das Projekt „Landshut schafft das!“ an. Der Fokus liegt auf der Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt, d.h. Coaching bei Berufsanerkennung, Bewerbungsunterlagen sowie Ausbildungs- und Arbeitsplatzsuche.

Bei Einstellungstests sind uns dabei immer wieder haarsträubende Mängel vor allem im Bereich Mathematik aufgefallen. Gespräche mit Ausbildern bestätigen, was diversen Studien aufzeigen: Mangelhafte Kenntnisse im Bereich Mathematik waren neben fehlenden Deutschkompetenzen die Hauptgründe für gescheiterte Bewerbungen! Für Deutsch gibt es derzeit viele Angebote, für Mathematik praktisch keines. Das wollen wir ändern!

Mathematik: Die Kunst zu Lernen!
Mathematik: Die Kunst zu lernen!

Laut DIHK-Präsent Eric Schweitzer benötigen Flüchtlinge im Schnitt 22 Monate bis zu ausbildungstauglichen Deutschkenntnissen; eine volle Integration in den Arbeitsmarkt bedeutet einen zeitlichen Aufwand von 5 bis 7 Jahren. Das muss nicht sein!

Das Projekt „Mathematik für die Ausbildung!“ zielt darauf ab, Ausbildungsfähigkeit im Fach Mathematik herzustellen. Als Norm gilt der qualifizierte bayerische Mittelschulabschluss.

Die Erfahrungen der IHK mit kostenlos zur Verfügung gestellter Lernsoftware zeigen, dass bei im Schnitt 25.000 Mittelschülern in Niederbayern seit 2014 jährlich im Schnitt nur 350 Lizenzen registriert wurden – und nur ein Bruchteil der „Lehrgänge“ bis zum Abschlusstest geführt wurden.

Auch Lernen muss man lernen! Unser hybrider Ansatz verbindet deshalb das „Erklären im Zusammenhang“ im Präsenzunterricht mit softwarebasiertem „Trainieren“. In dieser Altersgruppe, gerade aber bei Migranten, beobachten wir die fehlende Kompetenz und Stringenz selbständig zu lernen, auch weil die Anforderungen im Beruf an die zuverlässige Anwendung der Mathematik völlig unterschätzt werden.

Wir erreichen das über Motivation und Trainingskonzepte wie im Sport. Ein Test am Anfang ermittelt das Eingangsniveau, ein Abschlusstest zeigt den Fortschritt auf. Themenbezogenes und themenübergreifendes Training nach Qualität, auf Zeit und im gegenseitigen Wettbewerb sind das Konzept. Jeder Teilnehmer trägt einen Teil der Kosten zunächst selbst, um Eigenverantwortung und Durchhaltewillen zu stärken. Ab einem Ergebnis von 2,5 im Abschlusstest wird dieser Eigenanteil ihm erstattet.

Viele Menschen haben traumatische schulische Erlebnisse mit Mathematik. Es ist unsere Aufgabe jenen anwendungssichere Mathematikkompetenzen beizubringen, die sich für das Fach bisher nicht interessiert haben – und bereits beim Wort „Mathematik“ innerlich verkrampfen.

Denn Mathematik ist kein Hexenwerk. Was wir – jedem Einzelnen – beweisen wollen!

q.e.d.

Ziele des Projekts

Training anwendungssicherer Mathematikkenntnisse auf Mittelschulniveau
– als Grundkompetenz für das Leben in einer modernen Gesellschaft.
– als Grundkompetenz für die erfolgreiche Bewältigung von Ausbildung und Berufsintegration.
Schaffung einer positive Einstellung gegenüber dem Fach Mathematik

Zielgruppen des Projektes

Unser Fokus gilt Ausbildungssuchenden, die in den nächsten 12 Monaten eine (v.a. technisch-gewerbliche) Ausbildung beginnen wollen, wie Auszubildenden, deren Mathematikkompetenz den Anforderungen in der Ausbildung nicht genügen. Dies gilt nach unseren Erfahrungen v.a. für auch für Migranten.

Handwerk braucht Mathematik
Handwerk braucht Mathematik
Geplanter Beginn / vorläufige Planung

01.09.18 bis 28.02.19    Ziel: Einstiegsqualifizierung für Ausbildung ab 09/2019
01.03.19 bis 31.08.19     Ziel: Ausbildung ab 09/2019
01.09.19 bis 28.02.20   Ziel: Einstiegsqualifizierung für Ausbildung ab 09/2020
01.03.20 bis 31.08.20   Ziel: Ausbildung ab 09/2020

Wesentliche Inhalte und Ablauf des Projekts

Mit einer positiven Einstellung und einer strukturierten Aufbereitung ist Mathematik kein Hexenwerk. Wir wollen deshalb die Kernthemen im Zusammenhang anwendungsorientiert vermitteln. Auf dem Verstehen und sicheren Anwenden der Lösungswege liegt der Fokus.

Wir vermitteln dieses Grundgerüst auf spielerische Weise softwarebasiert und trainieren die Kompetenzen wie im Sport. Auf dem „Matheserver“ sind 12 Millionen Aufgaben hinterlegt. Sie werden von dort themenbezogen und nach Zufallsprinzip zur Verfügung gestellt. Das erlaubt neben einer sofortigen Überprüfung des Ergebnisses auch eine unverzügliche Korrektur sowie die jederzeitige Kontrolle der Übungsanstrengungen.

Rein softwarebasierte Lösungen genügen dabei nicht, da viele Teilnehmer nicht gelernt haben zu lernen und ihnen das fachliche Fundament wie die notwendige Fachsprache oft fehlen.

Jedem Themenkomplex stellen wir deshalb eine systematische Einführung voran, die auch das Fachvokabular beinhaltet. Mit zunehmender Kursdauer „trainieren“ wir die verschiedenen Aufgabentypen in gemischter Form. Am Anfang wie am Ende jedes Kurses steht jeweils ein 45-minütiger Test!

Drei Elemente zeichnen das Projekt aus:

(1) Überlegenheit hybrider Unterrichtskonzepte

Hybrides Lernen bezeichnet eine Lernform, die Präsenz- und digitales Lernen didaktisch sinnvoll verknüpft, indem Vorteile verstärkt und Nachteile vermieden werden.

Wer nie gelernt hat, zu lernen, der wird mit einem rein softwarebasierten Konzept scheitern. Die Zurverfügungstellung von Lernsoftware alleine sichert keinen Lernerfolg.

Die Teilnehmer bilden Gruppen, um sich beim Lernen gegenseitig zu unterstützen. Gegenseitiges Erklären ist ein wichtiger Schritt hin zum Verstehen eines Stoffes. Jeder Teilnehmer hat deshalb einen persönlichen „Buddy“.

Dozenten können auf Verständnisschwierigkeiten unmittelbar reagieren. Mögliche Missdeutungen werden frühzeitig bemerkt und können unverzüglich korrigiert werden.

Software erlaubt den Dozenten das individuelle Zuschneiden des Kurses auf die Bedürfnisse wie das Lerntempo jedes Einzelnen. Das erlaubt eine individuelle und motivierende Betreuung einzelner Teilnehmer.

Digitales Lernen erfordert Selbstmotivation und Frustrationstoleranz. Individuelle Betreuung schützt gegen frustrationsbedingtes Abbrechen des Kurses und unterstützt ganz wesentlich das Erreichen der Kursziele.

Die Software erlaubt es Teilnehmern dort zu lernen, wo es ihnen gefällt. Lernen wird zeit- und ortsunabhängig. Die Teilnehmer bestimmen ihr Lerntempo selbst. Der Einsatz mehrerer Medien spricht unterschiedliche Lerntypen an.

(2) Motiviertes Lernen durch wettbewerbsorientiertes Training

Das Konzept folgt einem strukturierten Aufbau. Nach der anwendungsorientierten Vermittlung eines Themas im Zusammenhang folgt das Üben im Gruppenverbund mit der Beantwortung individueller Fragen. Dabei geht es um das Wiederholen eines regelmäßig bereits einmal in der Schule erlernten Stoffs.

Dem Erklären und Verstehen folgt das Trainieren:

Trainingsschritt 1 stellt das Lösen von Aufgaben aus einem Aufgabengebiet mit der Zielsetzung dar, richtige Ergebnisse unabhängig vom zeitlichen Aufwand zu erzielen.

Trainingsschritt 2 ergänzt den ersten Schritt um eine Zeitkomponente. Feste Aufgabenzahl in festem Zeitrahmen zu lösen, Aufgaben individuell auf Zeit zu lösen.

Trainingsschritt 3 verbindet mehrere Aufgabengebiete unter den Prämissen von Schritt 3. Cross-Training über mehrere Themengebiete

Trainingsschritt 4 ergänzt Schritt 2 um eine wettbewerbliche Komponente. Verschiedene Teilnehmer lösen Aufgaben im direkten Wettbewerb. Verschiedene, vor allem spielerische Versionen sind denkbar, z.B. Fehler bedeutet Punkt für den Wettbewerber, etc.

Jeder Abschnitt beginnt mit einem Einstufungstest und endet mit einem Abschlusstest. Das Tempo ist fix. Intensives eigenes Engagement wird deshalb vorausgesetzt. Auch lernen muss man lernen. Am Ende gilt es den Stoff zu verstehen, nicht auswendig zu lernen!

Ziel dieses Aufbaus ist es, die Teilnehmer zu motivieren, sicheres Lösen zu trainieren – auch in Druck- wie Prüfungssituationen. „Wir wollen, dass die Teilnehmer sehen, dass sie etwas können – und das gute Gefühl entwickeln, dass sie etwas besser können als andere!“

(3) Motivation ist Voraussetzung für Lernerfolg

Unsere Motivation ist es jungen Menschen die Chance „Vorsprung durch Qualifikation“ zu verdeutlichen. Marketing kommt dem Projekterfolg erhebliche Bedeutung zu. Vgl. Elke Büdenbender, KAUSA, „Mehrwert von Ausbildung“.

Um die Zielgruppe zu erreichen, setzen wir auf virales Marketing. Virales Marketing nutzt soziale Netzwerke, um auf unterhaltende Art und Weise auf ein Angebot aufmerksam zu machen. Ein virales Video erlaubt eine Botschaft mit eindrucksvollen Bildern und packender Musik zielgruppengerecht zu transportieren. Etwas höheren Herstellkosten stehen nahezu keine Verbreitungskosten gegenüber. Das erlaubt mit einem überschaubaren Budget viele Menschen in der Zielgruppe zu erreichen.

Der softwarebasierte, intuitiv verständliche Lernansatz spricht gerade junge Menschen an. Die Kontrolle durch das System erfolgt ähnlich interaktiven Spielen. Lernen wird zum Spiel. Spielerisches Lernen erreicht wesentlich größere Lernerfolge. Durch leistungsorientierte „Trainingsmethoden“ wollen wir Wettbewerb schaffen, um bessere Ergebnisse zu erzielen.

Wir beginnen jede Unterrichtseinheit deshalb mit einer „begreifbaren“ Aufgabe („Denkexperiment“), die zum Thema der Lektion hinführt. Im Anschluss erklären wir die Lektion im Zusammenhang, um dann beim Üben Einzelfragen zu erklären. Das eigene Üben erfolgt als Hausarbeit, die vom Lehrer digital ausgewertet werden kann.

Jeder Teilnehmer hat sich mit einem Eigenanteil an den Kurskosten zu beteiligen. Wer die Lernziele und einen Notendurchschnitt von mindestens 2,5 im Abschlusstest erreicht, erhält seine Selbstbeteiligung erstattet. Dies soll ein Anreiz zum Lernen sein, vor allem aber die kontinuierliche Teilnahme und damit den Projekterfolg sicherstellen.

Inhalte des Trainings

– Grundlagen (Skalen ablesen, Einheiten umwandeln, Zeit und Winkel in Dezimalbruch umwandeln)
– Bruchrechnen (Kürzen, auf gleichen Nenner bringen, multiplizieren, dividieren)
– Funktionen (Geraden durch Ursprung, Geraden mit Achsenabschnitt)
– Geometrie ( Flächenanteile ermitteln, einfache/zusammengesetzte Flächen berechnen)
– Gleichungen (Lineare Gleichungen, Geschwindigkeiten, Wegstrecken, Zeit, Dichte, Masse, Volumen)
– Potenzen (Addition und Strichrechnungen mit pos/neg Exponenten, Subtraktion, Multiplikation, Division)
– Prozentrechnen (Prozente im/auf Hundert, Prozentuale Änderung, Verkettung, Änderungen)
– Textaufgaben (Flächenänderung, Gleichungen, Dreieck, Abfüllung, Drehzahl und Geschwindigkeit, …)
– Flächen (Rechteck, Dreieck, Parallelogramm, Drachenviereck, Trapez, Kreis, Kreisausschnitt, n-Eck)
– Funktionen (Geraden, Geradengleichungen, Werte ablesen, Funktionsparameter, Funktionstypen)
– Körper (Quader, Prisma, Zylinder, Kegel, Pyramide, Kreisringzylinder)
– Trigonometrie (Pythagoras, Sinus, Cosinus, Tangens, Winkelfunktionen, Trigonometrische Funktionen)

Jeder Teilnehmer erhält eine Bestätigung über die Teilnahme, die vermittelten Inhalte und das erreichte Ergebnis in Prozent.

Arbeitsmarktpolitische Zielsetzung

Fundierte Kenntnisse in Mathematik sind die Voraussetzung für alle qualifizierten Berufe. Einstellungstests wie Gespräche mit Ausbilder zeigen, dass mangelhafte Mathematikkenntnisse ein Haupthindernis für erfolgreiche Bewerbungen darstellen. Selbst Abiturienten zeigen oft eklatante Schwächen bei einfachen Prozent- oder Bruchrechnungen. Testergebnisse von 25 % sind eher die Regel, denn die Ausnahme. Das gilt besonders für Menschen, die aus den Bürgerkriegsländer des Nahen Ostens in den letzten Jahren zu uns gekommen sind.

Mathematik wird an Schulen in kleinsten Happen gelehrt, was dazu führt, dass die logischen Zusammenhänge und das Verständnis für die Lösungswege verloren gehen. Längere Zeit nicht genutzte Mathematikkenntnisse gehen verloren. Oft fehlt es schlicht an der Übung.

Das niederbayerische Handwerk beklagt den Mangel an qualifizierten Bewerbern, obwohl eine Vielzahl insbesondere von Geflüchteten noch keinen Ausbildungsplatz gefunden haben. Gute Mathematikkenntnisse sind dabei ein gewichtiges Argument, das auch über Schwächen in der Sprache hinweg helfen kann. Mathematik begreifen heißt, Zugang zum Beruf finden!

Jeder dritte Betrieb in Niederbayern findet keine resp. keine ausreichend qualifizierten Auszubildenden mehr. Siehe auch: IW Köln, Gutachten MINT Herbstreport 2017; Konrad-Adenauer-Stiftung, 2016, Studie „Studierfähigkeit und Ausbildungsfähigkeit“; IHK Niederbayern „Ernüchternde Bilanz des Ausbildungsjahres.

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“Wir erzielen Resultate!”