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Agile Methoden

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Worin liegt der Unterschied zwischen agilen und klassischen Methoden?

Vor knapp 20 Jahren formulierten einige Softwareentwickler um Kent Beck das “Agile Manifest”. Auf der Grundlage langjähriger Erfahrung formulierten sie einige Grundsätze für die schnellere und erfolgreichere Projektentwicklung – zunächst im Softwarebereich. Ihre Überlegungen fassten sie in vier Grundsätzen zusammen:

  • Die handelnden Personen, deren Kommunizieren und Interagieren sind wichtiger für das Projektergebnis als definierte Prozesse und Werkzeuge.
  • Funktionierende Ergebnisse sind für das Projekt wichtiger als eine umfassende Dokumentation.
  • Die laufende konstruktive Zusammenarbeit mit dem Kunden ist wichtiger als langwierige Vertragsverhandlungen.
  • Das flexible Reagieren auf neue Erkenntnisse und sich ändernde Kundenwünsche ist für die Zufriedenheit aller Beteiligten bedeutender als das strikte Befolgen eines starren Plans.

Kurz: Als erfahrene Entwickler schätzten sie die klassischen Werte als wichtig ein, die agilen Prinzipien hielten sie aber für bedeutender für ein erfolgreiches Projektergebnis.

Was sind Agile Prinzipien?

Im Laufe der Zeit wurden diese abstrakten Prinzipien in praktische Werkzeuge umgesetzt. Es kristallisiert sich Techniken heraus, wie die abstrakten Prinzipien des Manifests in die praktische Arbeit einfließen konnten. Daraus entwickelten sich die agilen Methoden. Diese halten seit vielen Jahren Einzug in die Softwareentwicklung.

Aber auch in den Maschinen- und Anlagenbau, in die Automobilindustrie oder die Medizintechnik fanden Agile Methoden wie Rapid Prototyping, Extreme Programming oder SCRUM Eingang.

Klassische Planung
Klassische Planung
Warum zu Agilen Methoden wechseln?

Agiles Projektmanagement ist eine Antwort auf den zunehmenden Innovationsdruck und die Geschwindigkeit, mit der Projekte heute abgewickelt werden müssen. Agile Methoden tragen ebenso der Erkenntnis Rechnung, dass in größeren Industrieprojekten Abweichungen die Regel, nicht ebenfalls Ausnahme sind.

In der Praxis ist das angestrebte Ergebnis vieler Projekte am Anfang nur mit sehr großem Aufwand zu fassen – und dennoch kommt es trotz bester Planung praktisch immer anders, als man plant!

Ein Lernprozess während der Projektentwicklung bei Kunden wie Entwicklerteam wird als Chance begriffen, bessere Ergebnisse zu erzielen und die Kundenwünsche im Idealfall voll zu erfüllen. Agiles Vorgehen geht von Anfang an davon aus, dass es derartige Änderungen geben wird.

Von Agilen Werten zu Agilen Methoden

Um agiles Projektmanagement zu verstehen ist es wichtig, die Struktur zu verstehen:

        • Agile Werte bilden das Fundament.
        • Agile Prinzipien bilden die Grundsätze des Handelns.
        • Agile Techniken sind konkrete Methoden zur erfolgreichen Umsetzung.
        • Agile Methoden verstehen sich als geschlossenes “Frameset” für das Projektmanagement.

Unter Agilen Methoden versteht man ein Denkmodell für eine Gruppe kulturorientierter Ansätze im  Projektmanagement. Wie der Begriff „Framework“ andeutet, geht es dabei nicht darum, dieses Konzept in seiner Gänze Unternehmen überzustülpen. Vielmehr zielt agiles, das heißt lebendiges und flexibles Denken gerade darauf ab, nur die Instrumente zu übernehmen, die dem einzelnen Unternehmen nutzbringende Impulse stiften kann.

Klassische und Agile Methoden im Vergleich
Klassisch (Stage-Gate-Konzept nach Cooper) Agil (Scrum als Leitbild)
Die Anforderungen an das Ergebnis werden zu Beginn festgelegt. Änderungen von Anforderungen während des Projektverklaufs sind tunlichst zu vermeiden. Die Anforderungen an das Ergebnis können zu Projektbeginn durchaus unscharf sein. Änderungen während des Projekts sind erwünscht und machen die Stärke der Methode aus.
Die Anforderungen werden in einem Lastenheft aus technischer Sicht beschrieben. Der Kunde sieht erst das Endresultat. Die Anforderungen werden als praktische Anwendungen und aus den Augen des Kunden beschrieben. Die Bewertung von Zwischenergebnissen verbessert die Treffsicherheit der Lösung fortlaufend.
Der Entwicklungsprozess ist sequentiell organisiert. Durchaus große Teams sind hierarchisch organisiert. Die einzelnen Aufgaben werden jeweils Spezialisten zugewiesen. Kommunikation über Dokumente und Meetings. Wenn die Zeit knapp wird, wird der Terminplan geändert! Agile Entwicklungsprozesse laufen in Schleifen ab. Die Teams sind relativ klein und organisieren sich in eigener Verantwortung. Ein Projekt wird im Team entwickelt; jeder trägt die Verantwortung für das gesamte Projekt. Informelle Kommunikation schafft Transparenz. Wenn es eng wird, wird der Aufwand gekürzt.
Der Projektentwicklungsprozess ist starr in einem QM-Handbuch festgelegt. Die fortlaufende Entwicklung von Arbeitsweise und Team ist eine bewusste Anforderung an den Prozess.
Einige agile Techniken im Überblick

Agile Prinzipien sind das Fundament, auf dem agile Techniken aufsetzen. Agile Werkzeuge sichern Flexibilität, eigene Verantwortung und hohe Motivation im Team. Nachfolgend finden sich einige ausgewählter Techniken, die in der Praxis weit verbreitet sind:

        • Unter einem “Project Backlog” versteht man die Auflistung aller anstehenden Aufgaben.
        • Das  “Task Board” liefert die visuelle Übersicht über aktuelle Aufgaben
        • In “Use Cases” sind die Anforderungen an das Ergebnis aus Kundensicht beschrieben.
        • Strukturierte tägliche Besprechungen nennt man “Daily-Standup-Meetings“. Sie dienen dazu, das sich Team gegenseitig über den Projektstand und insbesondere laufende Probleme informiert.
        • Burn-Down-Charts” visualisieren den Abwicklungsstand von vereinbarten Aufgaben.
        • Timeboxing” bezeichnet einen bersondere Form des Zeitmanagements!
        • Sprints” nennt man die Projektphasen, die den Entwicklungstakt vorgeben.
        • Unter “Planning Poker” versteht man ein Verfahren zur Abschätzung des zeitlichen Aufwands für die Bewältigung einer Aufgabe im Team. Story Points stellen die Einheit eines Aufgabenumfangs dar.
        • Als “Definition of Done” vereinbart ein Team, ab wann eine Aufgabe als erledigt gilt!
        • Über den “Earned Value” wird die Einhaltung des Budgets kontrolliert.
        • Und bei der “Sprint Retrospective” sitzt das Team zusammen, um die Effizienz und Effektivität des eigenen Arbeitens und deren Möglichgkeiten der Verbesserung zu hinterfragen.
Scrum – agiler Werkzeugkasten für die Industrie

In der Systematik agilen Projektmanagements bilden die agilen Methoden das Fundament. Das Ziel ist einem Projekt eine tragfähige methodische Struktur zu geben. Selbstverständlich kann man Methoden an die jeweiligen Bedürfnisse anpassen. Scrum hat sich als Standard herausgebildet, der heute in weiten Bereichen der Industrie zum Einsatz kommt. Es ist dabei als Rahmen zu verstehen, der z.B. Rollen und Artefakte vorgibt, nicht aber Techniken. Ziel ist es, dem einzelnen Anwender größtmögliche Freiheiten bei der individuellen Anpassung zu verschaffen.

Ein SCRUM-Projekt hat damit die folgende Struktur:

        1. Die Anforderungen werden formuliert und aufgelistet.
        2. Die Iteration wird mit Kunden und Produktmanager vereinbart.
        3. Die zu lösenden Aufgaben je Iteration werden vereinbart.
        4. Ein Inkrement wird in einer Iteration entwickeln.
        5. Das Inkrement wird mit dem Kunden diskutiert.
        6. Die Planung wird an das Kunden-Feedback angepasst.
        7. Der nächste Sprint wird gestartet. –> Step 3
SCRUM - das "Gedränge" steht am Anfang jeder Entwicklung
SCRUM – das “Gedränge” steht am Anfang jeder Entwicklung
Kann man ein “klassisches Projekt” schrittweise agiler machen?

Außerhalb der Softwareentwicklung werden agile Methoden selten pur eingesetzt. Regelmäßig werden zunächst erst einmal ausgewählte Techniken wie “Task-Board” oder “Daily-Scrum” in die klassische Vorgehensweise eingeflochten. Typischerweise werden dafür vor allem bestimmte Projekttypen ausgewählt. Sobald das Team die Methodik verinnerlicht hat, werden weitere Komponenten ausgetauscht. So können strukturierte “Standup-Meetings” klassische Besprechungen sukzessive ersetzen.

Scrum kann dabei wie ein Baukastensystem genutzt werden, indem die Techniken sukzessive hinzugenommen werden, die zu einem Unternehmen und seinen Projekten passen. So können Projekte schrittweise agiler gemacht werden. Es mag sein, dass Scrum seine volle Wirkung erst in seiner reinen Form entfalten kann – am Ende bedeutet jeder Schritt auf agile Methoden hin einen Zeitgewinn. Und Zeit ist heute einer der wesentlichsten Erfolgs- und Wettbewerbsfaktoren!

Wir unterstützen Sie bei der Einführung agiler Methoden, indem wir mit Ihnen gemeinsam und stets entlang eines konkreten Projekts eine auf Ihr Unternehmen und Ihre Mitarbeiter angepasste Lösung entwickeln!

Interesse? Dann schicken Sie mir Ihre Kontaktdaten. Ich rufe Sie an!

“Wir erzielen Resultate!”